Ein kleiner Blick auf 26 Jahre Waldhof-Leidenschaft
1984 war es gewesen, da habe ich mein erstes Spiel des SV Waldhof Mannheim gesehen. Sofort war ich, als damals 6jähriger, fasziniert von der Stimmung, den Fahnen, den Gesängen, den Fans.
Ich lernte den SV Waldhof besser kennen und lieben – Eine lange Leidenschaft sollte in den 80ern für mich beginnen. Ein Leidenschaft, wie ich heute weiß, die Leiden schafft. Ich habe viele tolle Momente mit der Mannschaft und dem Verein erleben dürfen. Habe Spiele in zig Stadien gesehen, ja auch in den verschiedenen Heimstadien ;), aber es ging auch öfter zu Auswärtsspielen, was ich immer besonders aufregend und nervenaufreibend fand. Nicht zuletzt, wenn es uns auf den Betzenberg verschlagen hat *g*.
Die tollen und emotionalen Momente, die Siege, die Leidenschaft, das Miteinander bei den Fans, die Stimmung und das Gefühl im Stadion haben mir immer geholfen, Tiefschläge wegzustecken und die gab es in einer Häufigkeit, dass sie eigentlich kaum einem Fußball-Fan zuzumuten waren und sind.
Angefangen damit, dass jeder Waldhof-Fan, der zugibt Waldhof-Fan zu sein, in der Öffentlichkeit meist als Hooligan, Rechter, Radikaler oder sonstwas Negativ hingestellt wird. Totaler Quatsch, aber damit konnte ich noch leben.
Zum Fan sein gehörte für mich immer die absolute Treue, egal in welche Liga wir mal wieder abgestigen sind, ob wir die keine Spielberechtigung für eine Liga erhalten haben, oder ob wir mal wieder mehr als pleite gewesen sind. Alles haben wir Fans ertragen (müssen) und unser Team immer wieder angefeuert und mitgefiebert, ganz egal ob im Stadion, oder aus der Ferne, weil man arbeiten musste oder aus anderen Gründen nicht live dabei sein konnte. In der letzten Zeit war es mir zum Beispiel leider nur noch selten möglich, dabei zu sein, aber im Herzen war ich immer bei “meiner Mannschaft” und ich habe stets mit Stolz verkündet, Waldhöfer Fan zu sein.
Wir sind von Vorständen und Präsidenten hinters Licht geführt und abgezockt worden – Alles haben wir mitgemacht, weil wir Blau-Schwarz, weil wir unseren Waldhof lieben.
Doch irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man nicht mehr über alles hinweg sehen kann, an dem man nicht mehr einfach still sein kann und alles hinnehmen möchte. Da erreicht man einem Punkt, an dem man, auch wenn es schmerzt, aufgibt (ein Wort, welches ich in meinem Wortschatz nie kannte).
Gestern habe ich für mich persönlich diesen Punkt erreicht. Die Nachricht, dass es nun wieder in die Oberliga geht, hat mich umgehauen. € 400.000,- Bürgschaft fehlen und zusätzlich € 350.000,- zu wenig auf dem Konto. Wie soll es für den SV Waldhof Mannheim weitergehen? Mal wieder ein “Neuanfang”?
Ich werde immer ein blau-schwarzes Eckchen in meinem Herzen haben, aber mit der großen Leidenschaft ist es erstmal vorbei. Genug ist genug.
In diesem Augenblick möchte ich aber nicht versäumen, den Spielern zu danken, die sich in den vergangenen Jahrzehnten den Hintern für den Verein aufgerissen haben und die keine Schuld trifft.
Vor allem behalte ich die schönen Momente in Erinnerung und ich danke natürlich allen Fans des SVW, mit denen ich im Stadion schreien, singen, fiebern und zittern konnte. Es war eine geile Zeit! DANKE! (tr)
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