27. Januar – Erinnern heißt Haltung zeigen

Der 27. Januar ist für mich kein formaler Gedenktag. Er ist ein notwendiger Einschnitt. Ein Tag, der uns zwingt, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen und Geschichte als etwas Abgeschlossenes zu betrachten.

An diesem Tag erinnern wir an die Opfer des Nationalsozialismus. Er steht für die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau – und für einen Zivilisationsbruch, der sich weder relativieren noch einordnen lässt.

Sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden. Dazu Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Menschen, denen systematisch ihre Würde und ihr Leben genommen wurden. Das ist keine abstrakte Zahl, sondern millionenfaches, individuelles Leid.

Erinnerung darf dabei nicht folgenlos bleiben.
Sie wird erst dann glaubwürdig, wenn sie konkrete Formen annimmt.

In Brühl heißt das für mich:
historisches Wissen ernst nehmen und weitergeben, besonders an junge Menschen. Gedenkorte und Erinnerungsformate nicht als Pflichtübung behandeln, sondern als Orte des Lernens und der Auseinandersetzung.
Initiativen, Schulen und Vereine stärken, die sich aktiv für Demokratie, Menschenwürde und Aufklärung einsetzen.

Erinnerung ohne Konsequenzen bleibt bequem. Und Bequemlichkeit war schon einmal gefährlich.

Der Nationalsozialismus begann nicht mit Lagern. Er begann mit der Überzeugung, im Besitz der Wahrheit zu sein. Mit dem Glauben, Menschen nach Herkunft, Haltung oder „Nutzen“ bewerten zu dürfen. Genau dieses Denken ist das verbindende Element von Extremismus – egal ob von rechts oder von links.

Rechts- und Linksextremismus unterscheiden sich in Symbolen und Parolen, nicht in ihrer Logik. Beide teilen die Welt in Freund und Feind. Beide erklären den Zweck für wichtiger als den Menschen. Beide rechtfertigen Ausgrenzung, Einschüchterung oder Gewalt, wenn sie der eigenen Ideologie dienen. Und beide stehen damit im direkten Widerspruch zu dem, woran wir am 27. Januar erinnern.

Wer Extremismus nur dann verurteilt, wenn er von der „falschen Seite“ kommt, macht es sich zu einfach. Menschenwürde ist unteilbar. Demokratie ist keine Frage der politischen Richtung, sondern der Haltung. Extremismus bleibt Extremismus – unabhängig davon, wie er sich selbst nennt.

Oft heißt es, man müsse auch nach vorne schauen. Das stimmt. Aber ohne Erinnerung verliert dieses „nach vorne“ jede Orientierung. Wer Geschichte ausblendet, erkennt ihre Wiederholungen nicht.

Der 27. Januar erinnert uns daran, dass Demokratie, Freiheit und Menschenwürde nicht selbstverständlich sind. Sie müssen immer wieder verteidigt werden – im Alltag, in der Sprache und in politischen Entscheidungen.

Erinnerung verpflichtet. Und meine Haltung ist eindeutig:
In Brühl hat Extremismus keinen Platz – weder von rechts noch von links. Punkt.

Wenn Zugehörigkeit konkret wird

Einbürgerung heißt dazugehören – und Verantwortung übernehmen

Es war kein großes Event und keine Show, aber ein wichtiger Termin. Im Kapitelsaal des Rathauses Brühl saßen Menschen, für die dieser Abend viel bedeutet hat. Für sie war es kein formaler Akt, sondern ein Schritt, der ihr Leben hier endgültig festmacht.

Natürlich gab es Applaus, und der passte auch. Nicht laut oder überschwänglich, sondern ehrlich. Als Anerkennung für einen Weg, der Zeit, Geduld und eine klare Entscheidung braucht.

Als Stadtrat sitzt man bei solchen Anlässen eher still dabei. Man hört zu, schaut hin und denkt nach. Und man merkt, dass Politik nicht nur aus Diskussionen und Beschlüssen besteht, sondern auch aus Momenten, in denen Zugehörigkeit ganz konkret wird. „Wenn Zugehörigkeit konkret wird“ weiterlesen

Warum ich trotzdem schreibe – im Blog und in Social Media

Warum schreibt man eigentlich noch einen Blog oder postet etwas auf Instagram oder Facebook, wenn es offensichtlich niemanden interessiert und weder Likes noch Kommentare kommen?

So hart formuliert das kaum jemand. Aber genau das schwingt oft mit, wenn diese Frage gestellt wird. Likes, Reichweite und Reaktionen gelten inzwischen als Maßstab dafür, ob sich etwas gelohnt hat. Mein Blog und meine Posts folgen einer anderen Logik. Und genau darüber möchte ich schreiben. „Warum ich trotzdem schreibe – im Blog und in Social Media“ weiterlesen

Ganz dünnes Eis

Es ist bequem, im Nachhinein über Fehler zu sprechen.

Wenn etwas schiefgelaufen ist, sind die Erklärungen meist schnell zur Hand. Wer hätte anders handeln müssen, wer war unvorsichtig, wer hat nicht aufgepasst. Das beruhigt, weil es Ordnung schafft. Ursache hier, Wirkung dort. Abgeschlossenes Kapitel.

Was mich mehr beschäftigt, ist der Moment davor.

Der Moment, in dem man merkt, dass etwas nicht stimmt – und trotzdem weitergeht. Nicht aus Leichtsinn. Oft aus Routine. Oder weil man denkt: Wird schon gutgehen. Man kennt den Weg ja. Man ist ihn schon oft gegangen. Und bisher ist auch nichts passiert.

Genau dort wird es interessant.
Nicht beim Einbruch. Sondern beim Weitergehen. „Ganz dünnes Eis“ weiterlesen

Was 2026 für mich bedeutet:

Gesundheit neu denken – im Alltag

Silvester ist vorbei.
Das Feuerwerk ist weggeräumt, der Alltag klopft langsam wieder an.

Und ehrlich gesagt: Genau dann fängt das neue Jahr ja erst richtig an. Für mich ist genau das der Punkt, an dem sich entscheidet, was 2026 wirklich bedeutet.

Man wünscht sich zum Jahreswechsel immer Gesundheit. Ich auch.
Aber je älter ich werde, desto mehr merke ich: Das ist kein Satz für die Grußkarte, sondern eigentlich eine Haltung.

Gesund sein heißt für mich längst nicht mehr nur „nicht krank“.
Es heißt, ab und zu einen Gang rauszunehmen. Nicht überall mitzumüssen.
Nicht jedes Thema sofort entscheiden zu wollen, sondern gezielt priorisieren.

Gesundheit hat viel damit zu tun, wie wir mit uns selbst umgehen.
Und mit anderen. Im Job. In der Familie. Im Alltag.
Manchmal auch darin, Dinge einfach mal liegen zu lassen.

Ich wünsche mir für 2026 ein Jahr, in dem wir uns weniger unnötigen Druck machen. In dem nicht alles perfekt sein muss, um gut zu sein.
Und in dem wir stärker darauf achten, was uns langfristig leistungsfähig hält – statt nur darauf, was noch schnell erledigt werden muss.

Ich wünsche mir ein Jahr, in dem wir unsere Energie vernünftig einsetzen. Nicht weniger Einsatz, sondern den richtigen. Nicht alles gleichzeitig, sondern das, was wirklich zählt.

Wenn das gelingt, kommt vieles von allein.
Mehr Ruhe.
Mehr Klarheit.
Und vielleicht auch mehr Zufriedenheit.

Das ist meine Hoffnung für 2026.

In diesem Sinne:
Kommt gut ins neue Jahr.
Bleibt gesund – im besten, menschlichsten Sinne.

Gedanken zu Weihnachten

Dieses Jahr fühlt sich Weihnachten für mich anders an als sonst.

Nicht lauter, nicht größer – sondern bewusster.

Die vergangenen Monate waren geprägt von vielen Gesprächen, neuen Eindrücken und neuen Aufgaben und vielen Gedanken über die Zukunft. Weihnachten ist nun ein guter Moment, kurz innezuhalten, zurückzublicken und Danke zu sagen.

Mein Dank gilt meiner Familie, insbesondere meiner „besseren Hälfte“, die mir den nötigen Rückhalt gibt.
Den Freunden und Bekannten, die begleiten, ermutigen und auch dann da sind, wenn der Kalender voll ist.

Meinen Kolleginnen und Kollegen sowie allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, mit denen ich gemeinsam Verantwortung trage, Ideen entwickle und im respektvollen Austausch unterwegs bin.

Und natürlich danke ich den Brühlerinnen und Brühlern.
Für die offenen Gespräche, das Interesse und die vielen Rückmeldungen.
Seit dem 1. November darf ich dieses Vertrauen erstmals als Ratsmitglied mit Verantwortung ausfüllen – das weiß ich sehr zu schätzen.

*DANKE*

Weihnachten erinnert uns daran, dass Zusammenhalt, Respekt und gegenseitiges Zuhören die Grundlage eines guten Miteinanders sind – im Privaten ebenso wie hier bei uns in Brühl.

Ich wünsche euch allen frohe, friedliche Weihnachtstage,
Zeit für Familie, Freunde und gemeinsame Momente sowie einen guten Start in ein neues Jahr, voller Gesundheit, Zuversicht, Erfolg und Zusammenhalt in allen Lebenslagen.

KI & Kreativität: Meine ersten Erfahrungen mit KI-Bildern

Einstieg – Stillstand als Startpunkt

Manchmal entstehen neue Ideen nicht aus Überfluss, sondern aus Stillstand.

In meinem Fall: eine Fußverletzung, die mich in den vergangenen Wochen deutlich ausgebremst hat. Weniger unterwegs, weniger Termine, weniger „machen“. Dafür mehr Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit zum Ausprobieren. Und irgendwann auch Zeit, der eigenen Kreativität wieder etwas Raum zu geben.

So bin ich – eher zufällig – tiefer in das Thema KI-gestützte Bilderstellung eingestiegen.

Nicht aus einem strategischen Plan heraus, sondern aus Neugier. Und, ehrlich gesagt, auch ein bisschen aus Langeweile.

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4. Advent – Vier Lichter vor den Weihnachtstagen

Der 4. Advent liegt genau zwischen den letzten Vorbereitungen und den Weihnachtstagen.

Vieles ist erledigt, manches bleibt offen, und trotzdem fühlt sich diese Zeit anders an als die Wochen davor.

Vier Kerzen markieren für mich diesen Übergang.

Nicht als Abschlussliste, sondern als kurzer Moment, um wahrzunehmen, wo ich gerade stehe – gedanklich wie im Alltag.

Der 4. Advent erinnert mich daran, nicht mehr nachzuschärfen, sondern das Jahr an dieser Stelle einfach einmal stehen zu lassen.

Ich wünsche euch einen entspannten 4. Advent und besinnliche Weihnachtstage. 🕯️🕯️🕯️🕯️

Veteran sein

Dienst anerkennen. Verantwortung würdigen.

In Deutschland ist Anerkennung für geleisteten Dienst lange kein selbstverständliches Thema gewesen.
Das Veteranenabzeichen der Bundeswehr ist ein spätes, aber wichtiges Zeichen, diese Lücke zu schließen.

Für mich steht es nicht für Pathos oder Auszeichnungen, sondern für Respekt.
Es ist kein Orden.
Es zeichnet keinen einzelnen Einsatz aus.
Und es will auch nichts verherrlichen.

Es steht schlicht für einen geleisteten Dienst.

Wer Veteran ist? Mehr Menschen, als viele denken

Der Veteranenbegriff ist in Deutschland bewusst weit gefasst.
Veteran ist, wer ehrenhaft in der Bundeswehr gedient hat – unabhängig von Einsatz, Laufbahn oder Dienstgrad.

Das schließt aktive Soldatinnen und Soldaten ebenso ein wie diejenigen, die ihren Dienst bereits beendet haben.
Auch mich.

Ich habe von 1998 bis 2002 in der Bundeswehr gedient. Eine Zeit, die mich geprägt hat – und deren Bedeutung nicht in Worten liegt.
Verantwortung übernehmen, Teil eines Ganzen sein, sich auf andere verlassen können. „Veteran sein“ weiterlesen