Der 27. Januar ist für mich kein formaler Gedenktag. Er ist ein notwendiger Einschnitt. Ein Tag, der uns zwingt, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen und Geschichte als etwas Abgeschlossenes zu betrachten.
An diesem Tag erinnern wir an die Opfer des Nationalsozialismus. Er steht für die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau – und für einen Zivilisationsbruch, der sich weder relativieren noch einordnen lässt.
Sechs Millionen ermordete Jüdinnen und Juden. Dazu Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Menschen, denen systematisch ihre Würde und ihr Leben genommen wurden. Das ist keine abstrakte Zahl, sondern millionenfaches, individuelles Leid.
Erinnerung darf dabei nicht folgenlos bleiben.
Sie wird erst dann glaubwürdig, wenn sie konkrete Formen annimmt.
In Brühl heißt das für mich: „27. Januar – Erinnern heißt Haltung zeigen“ weiterlesen

